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Meine Zeit in Afrika
 

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Mein erster Tag im LSum

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13.08.2015, Donnerstag
Heute war der mit Abstand interessanteste Tag bisher! Wir waren zum ersten Mal in Kibera, dem Slum Nairobis, der zu den größten Slums der Welt gehört. Und es war komplett anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Ich dachte, dass die Menschen da einfach super arm sind, den ganzen Tag traurig vor ihren Wellblechhütten sitzen, das könnte ich zumindest verstehen und ich dachte auch, dass mich das alles so richtig mitnimmt. Aber so absurd das auch klingt, ich fand's relativ schön dort. Ich hatte ja geschrieben, dass wir bei AGAPE in Kawangware waren und ich fand den Ort deutlich trostloser als den Slum. Natürlich sind die Leute unglaublich arm. Wir haben zwei Familien besucht und die schlafen teilweise mit 8 oder 9 Leuten auf 5 m² engem Raum ohne Strom, ohne Wasser, ohne Licht. Das war schon richtig heftig! Aber die Leute scheinen nicht so frustriert zu sein, wie in anderen Gegenden, wo es ihnen eigentlich besser geht. Die machen aus ihren wenigen Mitteln wirklich das Beste. Alle waren super freundlich zu uns, die Kinder rufen „Mzungu, mzungu“, was „Weiße“ oder „Bleichgesicht“ heißt und lachen. Einige wollen einen unbedingt anfassen, ich hab auch ein kleines Mädchen kennengelernt, die auch Kristin heißt, die mich bestimmt 10 Minuten einfach nur angestarrt hat, weil sie gar nicht glauben konnte, wie ich aussehe. :D Aber auch die Frauen, die hier bei uns meistens relativ grimmig gucken, haben uns zugewunken und hallo gesagt. Und auch die Männer waren weniger unangenehm, was aber auch daran liegen kann, dass wir mit Jakubu unterwegs waren. Der ist im Slum aufgewachsen und lebt dort und kennt irgendwie jeden und wird von allen extrem respektiert. Jane meinte, dass es eigentlich im Slum echt gefährlich ist, aber wenn er dabei ist, können wir selbst in die gefährlichsten Ecken gehen und keiner würde uns was tun.
Und es war soo cool, dass wir mit ihm da lang gehen konnten, weil er uns Orte gezeigt hat, die man als normaler Tourist niemals sehen würde. Wir waren z.B. in so einer Art „Halle“, auch aus Wellblech, aber der Boden war geteert & dort treffen sich täglich ca. 40 Kinder und Jugendliche und tanzen zusammen, rappen, machen poetry Slam oder singen. Wir haben 6 von denen kennengelernt, 3 Jungs und ein Mädchen ca. in meinem Alter und noch 2 kleinere Mädels. Die waren echt super nett und meinten, dass wir gerne mitmachen können und immer vorbeikommen können, wenn wir wollen. Und die haben uns auch was vorgeführt, wirklich richtig begabt! Danach wurden noch fleißig Fotos gemacht, das ist wirklich krass, wie stolz die alle sind, wenn die Fotos mit Weißen haben. :D
Und danach kam mein persönliches Highlight am Tag. Wir sind in das illegale Casino von Kibera gegangen. Man würde das alleine gar nicht finden, weil es ziemlich versteckt ist. Klar, ist ja auch illegal. Hinter ein paar Ständen, kann man durch kleine Löcher/Türen/was auch immer zu so einer Art Hinterhof gelangen. Da treffen sich dann einige Männer um illegal um Geld zu spielen. Es gibt verschiedene „Räume“, alles ziemlich eng und ein Haufen Männer auf wirklich engstem Raum. Nur Insider dürfen da normalerweise rein, deswegen war es wirklich was Besonderes, dass wir da waren. Als die Männer uns gesehen haben, wurde direkt Platz gemacht und sie haben uns alles gezeigt und sich für unseren Besuch bedankt. Super nette, freundliche, höfliche Männer würde man denken, wenn man nicht wüsste, dass hier nur die kriminellsten Männer aus Kibera zusammen kommen. Fand ich richtg heftig, als Jakubu das erzählt hat, weil ich die echt total sympathisch fand.
Das Besondere an dem Casino ist, dass die Männer um nicht von der Polizei erwischt zu werden, auf die angrenzenden Gleisen springen, sobald Polizei aufkreuzt. Nur, dass die Gleisen bestimmt 5 Meter tief sind, der Hang geht extrem steil runter und der Bahngraben ist so eng, dass man nicht ausweichen kann, wenn ein Zug kommt. Die riskieren also jedes Mal ihr Leben, wenn die dort sind.
Soo schade, dass ich mein Handy nicht dabei hatte, ich hätte so gerne ein Foto davon gemacht. Der Besuch war wirklich beeindruckend!

14.8.15 18:58

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